Interview mit dem Arzt

1) Warum haben Sie sich auf MS spezialisiert?

In unserem Familien-Krankenhaus in Indien behandeln wir schwere körperliche Störungen, die aus der Sicht der Schulmedizin unheilbar sind, und es ist bei uns üblich, auch andere oder ähnliche neurologische Störungen zu behandeln, die für uns zur gleichen Kategorie gehören.

Die ersten MS-Patienten, die in den späten 90zigern kamen, wurden in unserem Familien-Krankenhaus behandelt. Während dieser Zeit entwickelte sich bei mir ein großes Interesse an den tieferen Details dieser Krankheit, auch weil sie meist schon bei jüngeren Menschen auftritt. Zu jener Zeit gab es keine Möglichkeiten für eine effektive Behandlung. Später begann ich in Deutschland mit demselben Hintergrund zu praktizieren und konzentrierte mich mehr auf MS, und mit der speziellen Therapie wuchsen die Erfolge für die Patienten.

2) Wieviele Menschen mit MS haben Sie behandelt und wie hoch ist die Erfolgsquote?

Bisher haben wir über 50 Patienten behandelt und mehr als 120 Behandlungszyklen gegeben. Ein Behandlungszyklus geht über 45 Tage oder auch mehr. (Stand Januar 2010) In unserer Klinik haben wir Patienten, die gleich nach der Erstdiagnose kommen bis hin zu Patienten, die bereits im Rollstuhl sitzen. Ich möchte sie in 3 Kategorien einteilen:

Ein frisch diagnostizierter Patient mit nur wenigen Symptomen (EDSS – Expanded Disabily Status Scale, Stadium der fortschreitenden Behinderung),

ohne sichtbare Störungen beim Gehen (Schwäche und Störungen in der Balance sind dabei nicht berücksichtigt), auch mit bereits vorhandener Entzündung des Sehnerves oder Harndrang, kann zurück geholt werden, das heißt, er kann in einen Zustand ohne MS-Symptome oder andere Zeichen eines Fortschreitens von MS zurück kommen. Es ist bereits 13 Jahre her, dass der erste Patient seine Behandlung bei uns erfolgreich beendet hat! Das ist die erste Kategorie.

Die zweite Kategorie ist, wenn im EDSS bereits sichtbare Schwächezustände erkennbar sind, der Patient aber noch ohne Stütze gehen kann, wenn die Diagnose älter als 5 Jahre ist, oder wenn er Spasmen hat, Inkontinenz, Darmkontrolle, aber ansonsten vor der Erkrankung soweit gesund war (etwa gut gebaut, sportlich, friedfertig). Dann besteht immernoch die Möglichkeiten, von den Symptomen befreit zu werden, mit Ausnahme einiger Aspekte der Gangstörungen wie die Gehfähigkeit und Gehdistanz, die sich zwar ebenfalls entwickeln, doch die Variationen des Gangbildes können oder können sich nicht mit dem gesamten Prozeß entwickeln.

Wenn jemand einen Rollator oder Gehstock in den letzten 6 Monaten mehr zur Balance als aus Schwäche benutzt hat, ohne Deformationen beim Gehen zu haben, wenn er ein paar Schritte ohne Hilfe gehen kann, meist auch die gewohnte Distanz in der normalen Geschwindigkeit, dann kann er vom Gehstock oder Rollator wieder los kommen.

Es gibt auch noch weitere Fälle, wo das so geschehen kann. In diesem Zustand können Patienten auch wieder frei werden von Sehnerventzündungen, Sensibilitätsstörungen, Blase- oder Darmsymptomen, Spasmen und anderem. Ein weiterer Fortschritt der MS wird aufgehalten und eine dauerhafte Stabilität in dem Zustand, der mit der Therapie erreicht wurde, wird erreicht. Für etwa 50% der Patienten können dafür drei Therapiezyklen erforderlich sein.

Die 3. Kategorie im EDSS ist, wenn der Patient Rollator oder Gehstock benutzen muß und kein selbständiges Gehen mehr möglich ist, sichtbare Schwächezustände da sind und die Gehdistanz sich auf ein Viertel der normalen Distanz reduziert hat und wenn die Kontrolle über Blase und Darm seit mehr als 5 Jahren verloren gegangen ist.

Die 4. Kategorie ist, wenn der Patient bereits seit längerem im Rollstuhl sitzt, aber noch einige Schritte mit dem Rollator gehen kann.

3) Was ist der beste Zeitpunkt für eine Therapie?

Wenn Sie die vorherige Frage sehen, dann würde man sagen, je früher, desto besser.

4) Sprechen alle Formen von MS auf Ihre Behandlung an?

RR-MS hat die beste Prognose. PP-MS benötigt mehr Therapieaufwand, um dasselbe Ergebnis zu haben. SP-MS hat eine etwas bessere Prognose als PP MS.

Doch ich schenke dem biologischen Alter der Person mehr Beachtung, also wie gesund war man vor der Krankheit oder wie ist die mentale Disposition (von Natur aus friedfertig oder das ganze Gegenteil, also schnell reizbar und ärgerlich). Diese Faktoren können die Prognose für den Verlauf erheblich verändern.

5) Was ist Ihrer Meinung nach die Ursache von MS?

Es gibt vielfache Gründe als Ursache und Entwicklung von MS. Zeitweise gibt es eine Hauptursache. Wie zum Beispiel die Familiengeschichte, Toxizität etc. Abgesehen von den zuvor genannten Gründen, können auch Mehrfachimpfungen innerhalb einer kurzen Zeitspanne, großer mentaler Stress über eine längere Zeitdauer oder unerwarteter Tod in der Familie oder andere unglückliche Stressoren zur Hauptursache für MS werden oder auf den Weg zu einer MS-Erkrankung führen. Auch bestimmte Infekte aus der Vergangenheit können an der Entstehung von MS beteiligt sein.

6) Was ist Ihr nächstes Projekt in Bezug auf MS?

Ich möchte mein Buch über MS fertigstellen. Und ich möchte in den nächsten 2 Jahren 100 Patienten erfolgreich behandelt haben. Das ist nötig, um die Unterstützung von den Krankenkassen für diese Behandlung zu beschleunigen. Und um den Zugang und die Aufmerksamkeit der Forschung zur DATMS zu bekommen.

7) Wirkt Ayurveda auf die Ursache der Krankheit oder lindert es die Symptome?

Ja, nicht nur bei der Behandlung von MS, sondern bei jeder Krankheit. Das macht das Konzept der Behandlung des Individuums im Ayurveda klar. Ein Individuum ist die einzigartige Kombination aller Systeme mit dem Nervensystem (Vata) als höchsten System. Um es kurz zu machen, bei der Behandlung von MS therapieren wir die individuelle Natur des Nervensystems, was viel genauer ist als die Behandlung des Nervensystems im Allgemeinen. Nach unserer Erfahrung bei der Behandlung von MS zeigen die Patienten einen Fortschritt in allen Aspekten der Krankheit eher, als daß sie bei bestimmten Symptomen eine Verbesserung erzielten. Das ist ein auf Erfahrung basierendes Beispiel um zu zeigen, dass Therapie die Ursache der Krankheit behandelt. Und auch die im MRI gesehenen Veränderungen bei denen, die die Behandlung vollständig beendet hatten und wo die Patienten frei vom Auftreten neuer Symptome waren, sind bemerkenswert.

8) Sie sagten, daß es bei Ayurveda Therapien keine Nebeneffekte gibt. Aber wie kann etwas ohne Nebeneffekt überhaupt einen Effekt haben?

Das ist eine Fortsetzung der vorigen Antwort. Ayurvedische Kräuter haben synergetische Wirkungen. Wenn man einer vertrockneten Pflanze Wasser gibt, wird sie wieder zum Leben erwachen, weil diese essenzielle Menge des Wassers für ihre Ernährung wichtig ist. Und in dieser Art wirkt auch die Ayurvedische Bhandlung, bei der die Bestandteile zugeführt werden, die in unserem System qualitativ oder quantitativ fehlen und die den Prozess der Krankheit umkehren, was ganz sicher ein positives Phänomen ist.

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9) Ist es erlaubt, während der DATAMS Therapie seine verordneten Arzneimittel oder andere Medizin zu nehmen?

Diese Frage hat hier eine große Relevanz. Ayurvedische Therapien können bei vielen Krankheitsbildern zusammen mit normalen Arzneimitteln gegeben werden. MS und MS-Arzneimittel sind dabei eine Ausnahme. Meine persönliche Meinung ist, das Interferon, Copaxan oder Mitoxandron unzählige Nebenwirkungen haben. Einige Medikamente wirken immunsupressiv. Die Nebeneffekte von Interferon bewirken neurologische Symptome. Mitoxandron ist eine Medizin aus der Chemotherapie. Ich persönlich habe noch niemanden gesehen mit nachweislichen Resultaten mit dieser Art Medizin, die den Verlauf der Krankheit geändert hätten. Nur vage und unkonkrete Ergebnisse. Bedenken Sie bitte, daß es für Krankheiten wie Alzheimer, Parkinson, Gullan Bari Syndrom, Sehnerventzündung, Amyotrophe Lateralsklerose, Myasthenia Gravis, Cerebrale Atrophy und andere degenerative Störungen keine effektiven Behandlungen durch die Schulmedizin gibt. Kurz gesagt, wenn Patienten spezielle Medizin für MS nehmen, empfehlen wir ihnen, während meiner Ayurveda Therapie mit der Einnahme dieser Medizin aufzuhören, um positive Resultate zu erzielen.

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10) Warum ist für Sie das Verdauungssystem in Bezug auf MS so wichtig?

Um das beste Ergebnis für seine Behandlung zu bekommen, muß der Patient das Prinzip des Feuers des Metabolismus optimieren.

Appetit auf Essen und brennender Hunger sind Merkmale eines gesunden Menschen. Ayurveda sagt auch, alle Krankheiten können auftreten, wenn ein langandauernder Mangel an Assimilation besteht (mit fehlendem Hunger) oder ein mangelhaftes Feuer-Prinzip (Agni), des Körpers, so daß Hunger zur Anstrengung wird.

Dieses Agni oder Feuer-Prinzip ist notwendig für einige biologische Transformationen, die in den Zellen ablaufen, um Prozesse wie die Verdauung zu bewirken. Die Effizienz der Behandlung kann behindert werden durch ein Defizit im Agni. Und so sind die Art der Ernährung und Nahrungsmittel, die Menge, die Wachsamkeit über den Bedarf an Nahrung für den Körper, entstanden durch seinen Hunger, sehr wichtig.

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