Interview mit dem Arzt
1. Warum haben Sie sich auf MS spezialisiert?
2. Wie viele Menschen mit MS haben Sie behandelt und wie hoch ist die Erfolgsquote?
3. Was ist der beste Zeitpunkt für eine Therapie?
4. Sprechen alle Formen von MS auf Ihre Behandlung an?
5. Was ist Ihrer Meinung nach die Ursache von MS?
6. Was ist Ihr nächstes Projekt in Bezug auf MS?
7. Wirkt Ayurveda auf die Ursache der Krankheit oder lindert es die Symptome?
8. Sie sagen, dass es bei Ayurveda-Therapien keine Nebeneffekte gäbe. Aber wie kann etwas ohne Nebeneffekt überhaupt einen Effekt haben?
9. Ist es erlaubt, während der DATMS-Therapie seine verordneten Arzneimittel oder andere Medizin zu nehmen?
10. Warum ist für Sie das Verdauungssystem in Bezug auf MS so wichtig?
1) Warum haben Sie sich auf MS spezialisiert?
In unserem Familien-Krankenhaus in Indien behandeln wir schwere körperliche Störungen, die aus der Sicht der Schulmedizin unheilbar sind und es ist bei uns üblich, auch andere oder ähnliche neurologische Krankheiten zu behandeln, die für uns zur gleichen Kategorie gehören.
Die ersten MS-Patienten, die in den späten 90er-Jahren kamen, wurden in unserem Familien-Krankenhaus behandelt. Während dieser Zeit entwickelte sich bei mir ein großes Interesse an den tieferen Details dieser Krankheit, auch weil sie meist schon bei jüngeren Menschen auftritt. Zu jener Zeit gab es keine Möglichkeiten für eine effektive Behandlung. Später begann ich in Deutschland mit demselben Hintergrund zu praktizieren und konzentrierte mich mehr auf MS und mit der speziellen Therapie wuchsen die Erfolge für die Patienten.
2) Wieviele Menschen mit MS haben Sie behandelt und wie hoch ist die Erfolgsquote?
Bisher haben wir über 50 Patienten behandelt und mehr als 120 Behandlungszyklen gegeben. Ein Behandlungszyklus geht über 45 Tage oder auch mehr. (Stand Januar 2010) In unserer Klinik haben wir Patienten, die gleich nach der Erstdiagnose kommen bis hin zu Patienten, die bereits im Rollstuhl sitzen. Ich möchte sie in 3 Kategorien einteilen:
1) Ein frisch diagnostizierter Patient mit nur wenigen Symptomen (EDSS – Expanded Disabily Status Scale, Stadium der fortschreitenden Behinderung), auch mit bereits vorhandener Entzündung des Sehnervs oder häufigem Harndrang, kann in einen Zustand ohne MS-Symptome oder andere Zeichen eines Fortschreitens von MS zurück geholt werden. Es ist bereits 13 Jahre her, dass der erste Patient seine Behandlung bei uns erfolgreich beendet hat! Das ist die erste Kategorie.
2) Wer im EDSS bereits sichtbare Schwächezustände zeigt, dabei aber noch ohne Stütze gehen kann, wird in die zweite Kategorie eingeteilt. Dabei spielt es eine Rolle, ob die Diagnose älter als fünf Jahre ist oder Spasmen, Inkontinenz, mangelnde Darmkontrolle vorhanden sind und der Patient ansonsten vor der Erkrankung physisch und psychisch gesund war (etwa gut gebaut, sportlich, friedfertig). In diesem Fall besteht immer noch die Möglichkeiten, von den Symptomen befreit zu werden – eine Ausnahme sind einige Aspekte bei Gangstörungen wie beispielsweise Gehfähigkeit und Gehdistanz, die sich zwar ebenfalls positiv entwickeln, deren Besserung aber schwer vorhersagbar ist.
Wer zum Halten der Balance – und weniger aufgrund von Schwäche – in den vergangenen sechs Monaten einen Rollator oder einen Gehstock benutzt hat, ohne Deformationen beim Gehen zu zeigen, wer er ein paar Schritte und meist auch die gewohnte Distanz in der normalen Geschwindigkeit ohne Hilfe gehen kann, kann vom Gehstock oder Rollator wieder loskommen.
Es gibt auch noch weitere Fälle, in denen das geschehen kann. In diesem Zustand können Patienten auch wieder frei werden von Sehnerventzündungen, Sensibilitätsstörungen, Blasen- und Darmsymptomen oder Spasmen. Ein weiteres Fortschreiten der MS wird verhindert und eine dauerhafte Stabilität des Zustands, der mit der Therapie erreicht wurde, tritt ein. Für etwa 50 % der Patienten sind dafür drei Therapiezyklen erforderlich.
3) In die 3. Kategorie des EDSS lässt sich einteilen, wer einen Rollator oder Gehstock benutzen muss und nicht mehr selbständig Gehen kann, wer sichtbare Schwächezustände zeigt und bei wem sich die Gehdistanz sich auf ein Viertel der normalen Distanz reduziert hat. Hierzu zählt auch der Verlust der Kontrolle über Blase und Darm seit mehr als fünf Jahren.
4) Zu dieser Kategorie zählt, wer bereits seit längerem im Rollstuhl sitzt, aber noch einige Schritte mit dem Rollator gehen kann.
3) Wann ist der beste Zeitpunkt für eine Therapie?
Wenn Sie die vorherige Frage sehen, dann würde man sagen, je früher, desto besser.
4) Sprechen alle Formen von MS auf Ihre Behandlung an?
RR-MS hat die beste Prognose. PP-MS benötigt mehr Therapieaufwand, um dasselbe Ergebnis zu haben. SP-MS hat eine etwas bessere Prognose als PP MS.
Ich schenke allerdings dem biologischen Alter des Patienten mehr Beachtung: Die allgemeine Gesundheit und die mentale Disposition (von Natur aus friedfertig oder im Gegenteil schnell reizbar und ärgerlich) vor der Erkrankung spielen eine wichtige Rolle. Diese Faktoren können die Prognose für den Verlauf erheblich verändern.
5) Was ist Ihrer Meinung nach die Ursache von MS?
Es gibt vielfache Gründe als Ursache der MS: Meist gibt es eine Hauptursache wie beispielsweise die Familiengeschichte, Belastung mit Toxinen etc. Abgesehen von den zuvor genannten Gründen können auch Mehrfachimpfungen innerhalb einer kurzen Zeitspanne, großer mentaler Stress über eine längere Zeitdauer oder ein unerwarteter Sterbefall in der Familie und andere Stressoren zur Hauptursache für MS werden. Auch bestimmte Infekte aus der Vergangenheit können an der Entstehung von MS beteiligt sein.
6) Was ist Ihr nächstes Projekt in Bezug auf MS?
Ich möchte mein Buch über MS fertigstellen und ich möchte in den nächsten beiden Jahren 100 Patienten erfolgreich behandelt haben. Das ist nötig, um die Unterstützung der Krankenkassen für diese Behandlung zu bekommen und um die Forschung auf die DATMS-Therapie aufmerksam zu machen.
7) Wirkt Ayurveda auf die Ursache der Krankheit oder lindert es die Symptome?
Ayurveda setzt bei der Ursache an – nicht nur bei der Behandlung von MS, sondern bei jeder Krankheit: Die ayurvedische Therapie behandelt das Individuum mit all seinen Eigenheiten. Ein Individuum ist die einzigartige Kombination aller Systeme mit dem Nervensystem (Vata) als höchstem System.
Das heißt: Bei der Behandlung von MS therapieren wir die individuelle Natur des Nervensystems, was viel genauer ist als die Behandlung des Nervensystems im Allgemeinen. Nach unserer Erfahrung bei der Behandlung von MS zeigen die Patienten eher einen generellen Fortschritt in allen Aspekten der Krankheit, statt dass sie bei bestimmten Symptomen eine Verbesserung erzielen. Dieses Beispiel macht deutlich, dass diese Therapie die Ursache der Krankheit behandelt. Auch die im MRI sichtbaren Veränderungen bei denjenigen, die ihre Behandlung vollständig abgeschlossen haben und die nicht mehr von neuen Symptomen betroffen sind, sind bemerkenswert.
8) Sie sagten, daß es bei Ayurveda Therapien keine Nebeneffekte gibt. Aber wie kann etwas ohne Nebeneffekt überhaupt einen Effekt haben?
Das ist eine Fortsetzung der vorigen Antwort. Ayurvedische Kräuter haben synergetische Wirkungen. Wenn man einer vertrockneten Pflanze Wasser gibt, wird sie wieder zum Leben erwachen, weil diese essentielle Menge des Wassers für ihre Ernährung wichtig ist. Und in dieser Art wirkt auch die ayurvedische Behandlung, bei der die Bestandteile zugeführt werden, die im erkrankten System qualitativ oder quantitativ fehlen und die den Prozess der Krankheit umkehren, was ganz sicher ein positives Phänomen ist.
9) Ist es erlaubt, während der DATAMS Therapie seine verordneten Arzneimittel oder andere Medizin zu nehmen?
Diese Frage hat hier eine große Relevanz. Ayurvedische Therapie kann bei vielen Krankheitsbildern zusammen mit der Einnahme normaler Arzneimittel stattfinden. MS und MS-Arzneimittel sind dabei eine Ausnahme. Meine persönliche Meinung ist, dass Interferon, Copaxone oder Mitoxandron unzählige Nebenwirkungen haben. Einige Medikamente wirken immunsuppressiv. Die Nebeneffekte von Interferon bewirken neurologische Symptome. Mitoxandron ist eine Medizin aus der Chemotherapie. Ich persönlich habe noch niemanden gesehen, dessen Krankheitsverlauf mithilfe dieser Art Medizin nachweisliche positive Resultate gezeigt hätte. Es gab lediglich vage und unkonkrete Ergebnisse. Bedenken Sie bitte, dass es für Krankheiten wie Alzheimer, Parkinson, Guillain Barré-Syndrom, Sehnerventzündung, Amyotrophe Lateralsklerose, Myasthenia Gravis, Zerebrale Atrophie und andere degenerative Störungen keine effektiven Behandlungen durch die Schulmedizin gibt. Kurz gesagt: Wenn Patienten spezielle Medizin für MS nehmen, empfehlen wir ihnen, während der Ayurveda-Therapie mit der Einnahme dieser Medizin aufzuhören, um positive Resultate zu erzielen.
10) Warum ist für Sie das Verdauungssystem in Bezug auf MS so wichtig?
Um das beste Behandlungsergebnis zu erhalten, muss der Patient das Prinzip des Feuers des Metabolismus optimieren.
Appetit auf Essen und brennender Hunger sind Merkmale eines gesunden Menschen. Ayurveda sagt auch, alle Krankheiten können auftreten, wenn ein langandauernder Mangel an Assimilation besteht (mit fehlendem Hunger) oder ein mangelhaftes Feuer-Prinzip (Agni) des Körpers, so dass Hunger zur Anstrengung wird.
Dieses Agni oder Feuer-Prinzip ist notwendig für einige biologische Transformationen, die in den Zellen ablaufen, um Prozesse wie die Verdauung zu bewirken. Die Effizienz der Behandlung kann behindert werden durch ein Defizit im Agni. Und so sind die Art der Ernährung und Nahrungsmittel, die Menge, die Wachsamkeit über den Bedarf an Nahrung für den Körper, entstanden durch seinen Hunger, sehr wichtig.


