11) Elisabeth Heinrich, 53 Jahre alt, aus Weingarten*
*(Name und Ort sind aus Datenschutzgründen verändert)
DATMS-Therapie von Juli bis September 2006 und von Oktober bis November 2006.
Dauer: 40 und 32 Tage.
Hintergrund von Frau Karin Mertens:
Zum Zeitpunkt der Erstkonsultation ist sie ununterbrochen seit 30 Jahren als Biologie- und Chemielehrerin am Gymnasium tätig. Im Verlauf der Behandlung entschließt sie sich, eine sechsmonatige Pause zu machen, um ein Fortschreiten der MS zu verhindern.
Diagnostische Untersuchungsmethode - durch MRT, Liquor
Diagnose – 2002, schubförmige MS
Symptome vor der DATMS Therapie
- Sensorische Veränderungen
Sensibilitätsstörungen mit brennenden Gefühlen in den Beinen, verringerte Empfindungen in der linken Hand. - Gehen
Sie konnte 200-250m gehen, hatte allerdings von Anfang an Schmerzen in den Beinen. Das Gangbild ist deutlich verändert, wobei sie das linke Bein von der Hüfte an nachzieht. Sie stolpert leicht auf unebenem Boden und fällt auch oft hin, wenn sie schneller gehen möchte. - Spastik
Spastik in beiden Beinen, besonders dem linken, wobei es auch zu Steifheit im Knie und dem Knöchel kommt. - Schmerzen
Sie hatte starke Schmerzen in den Beinen sowohl beim Gehen als auch beim Stehen von Anfang an. Gelegentlich berichtete sie auch von Kopfschmerzen. - Blasenprobleme
Erhöhter Harndrang, sie mußte nachts 3-4 mal zum Wasserlassen aufstehen, sie berichtete von Harninkontinenz. Zum Beginn der Kur musste die Behandlung mehrmals wegen Harn- oder Stuhldrang unterbrochen werden. - Stuhlprobleme
Häufig Verstopfung, konnte Flatus nicht kontrollieren. - Müdigkeit
Sie war abgeschlagen an heißen Tagen, besonders am Nachmittag. - Psychisch
Patientin leidet stark unter Stimmungsschwankungen. Angst- und Panikattacken bei Medikamentenentzug, wie z.B. beim Absetzen von Kortison. - Konventionelle Medikation
Mehrmals Hochdosis-Kortisongabe in Schubzeiten, Copaxone, Neurontin (Wirkstoff Gabapentin), Kentera-Pflaster (Wirkstoff Oxybutynin), L-Thyroxin. - Besonderheiten
Da die Patientin stark unter den Nebenwirkungen ihrer Medikamente zu leiden hatte, wurde ihr angeraten, die Dosis besonders des Gabapentins zu reduzieren. Gabapentin ist eigentlich ein Antiepileptikum, dass aber auch zur Schmerzlinderung eingesetzt wird. Allerdings zeigte es bei Frau Heinrich keine Wirkung mehr, so dass die Dosis weiter erhöht werden sollte, was die Patientin aber aufgrund der Nebenwirkungen nicht wollte. Laut Beipackzettel sollte das Medikament nicht länger als 6 Monate eingenommen werden, aber die Patientin nahm es schon seit 4 Jahren. Da es zu Behandlungsbeginn zur Linderung von Schmerzen kam, versuchte die Patientin das Gabapentin auszuschleichen, hatte aber sehr unter den Entzugserscheinungen mit Ängsten, Depressionen und Schlafstörungen zu leiden. Der Neurologe riet ihr, weiterhin Gabapentin einzunehmen. Sie nimmt jetzt noch eine Dosis von 100mg im Gegensatz zu den früheren 600mg, allerdings musste die DATMS Kurbehandlung wegen der schweren Schlafstörungen einen Monat unterbrochen werden, wodurch sich die geplante Gesamtdauer der Kur beträchtlich verlängerte. Erschwerend wirkte sich auch die rein prophylaktische Einnahme von 100µg L-Thyroxin aus, eine Dosis die bei einer erheblichen Unterfunktion der Schilddrüse gegeben wird.
Nach der ersten DATMS Kur vom 17.7.-3.9.2006 und 6.10.-6.11.2006
- Gehen
Sie kann jetzt 600-650m schmerzfrei gehen und ging in der letzten Behandlungswoche einmal sogar 1km ohne jede Schwierigkeit. Auch das Gangbild hat sich besonders in den ersten 100m sehr verbessert, ohne dass es ein sichtbare Probleme mit dem Gleichgewicht gibt. Das Nachziehen des linken Beins und Hüfte hat sich sichtbar reduziert. - Spastik
Spastik in beiden Beinen, besonders dem linken hat sich reduziert. - Schmerzen
Die Schmerzen in den Beinen waren zum Ende der Therapie nicht mehr präsent. Der Kopfschmerz war reduziert. - Blasenprobleme
Die Blasenkontrolle hat sich sehr verbessert, so dass sie jetzt nur noch einmal nachts aufstehen muß, obwohl sie das Kentera Pflaster reduzierte. - Stuhlprobleme
Die Probleme mit dem erhöhten Stuhldrang und dem unkontrollierbaren Flatus waren zum Ende der Kur therapiert. - Psychisch
Die Patientin ist jetzt fast 3 Monate nach Ende der Kur ruhig und stabil.
Zum Ende der Kur kam es aus verschiedenen Gründen zu einem Rückschlag, der jedoch aufgrund der Neuorientierung und Ausgeglichenheit der Patientin wieder behoben ist. Die Patientin ist zuversichtlich, dass sie wieder völlig gesund werden kann.


